Ursprünglich besiedelte der Eurasische Luchs alle größeren Wald- und Waldsteppengebiete im nördlichen und mittleren Eurasien. In der Mitte des 20. Jahrhunderts erreichte die Luchsverbreitung ihren niedrigsten Stand. Während die Tiere in Westeuropa ausgerottet waren, gab es nur noch vier Reliktvorkommen in Europa: In Skandinavien, in den Karpaten, im Baltikum und im Balkan. Eine große zusammenhängende Population existierte nur noch in Russland.

Die Regeneration der Wälder und vor allem der Beutetierbestände war, neben der Einstellung der Verfolgung, die Voraussetzung für die Erholung der Luchspopulationen in Europa. Mittlerweile sind die Luchsbestände in den genannten Gebieten wieder angewachsen, wobei die Balkanpopulation weiterhin als bedroht gilt. Alle anderen Populationen in Europa sind auf Wiederansiedlung während der vergangenen Jahrzehnte zurückzuführen.

In Deutschland gibt es Dank des Luchs Wiederansiedlungsprojektes Pfälzerwald (LIFE-Projekt) der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz nunmehr drei Populationen die allesamt auf Wiederansiedlungen zurückzuführen sind. Neben der "neuen" Population im Pfälzerwald existieren Populationen im Böhmerwald/Bayerischen Wald und im Harz. Im Pfälzerwald waren seit den frühen 80er Jahren vereinzelt Luchshinweise registriert, weitere Meldungen zu Einzeltieren sind auch aus der Eifel bekannt, ihre Herkunft ist ungeklärt und es hatten sich bis dato auf natürlichen Wege keine Populationen gebildet.