Der Wolf ist ein Vorfahre des Hundes und gehört zur Familie der Hundeartigen (Canidae). Meistens ist er deutlich größer als ein deutscher Schäferhund.

Erscheinung

Der Wolf ist ein Vorfahre des Hundes und gehört dementsprechend auch zur Familie der Hundeartigen (Canidae). Meistens ist er deutlich größer als ein deutscher Schäferhund, allerdings schwanken Größe und Gewicht je nach Region. Die Wölfe in Mitteleuropa sind im Durchschnitt 30 bis 50 kg schwer, haben eine Schulterhöhe von 60-90 cm und eine Kopf-/Rumpflänge von 100 bis 140 cm, wobei darauf geachtet werden muss, dass die weiblichen Tiere (Fähen) erfahrungsgemäß ca. 20% kleiner und leichter sind als Rüden.

Ebenso wie die Größe schwankt auch die Fellfarbe nach Klimazonen. In unseren Breiten hat das Fell meist eine graubraune Grundfarbe mit gelblichen und dunklen Farbstichen. Während die Schnauze und die Kehle heller gefärbt sind, haben Schultersattel, Rücken und meist die Schwanzspitze und Vorderseite der Beine eine dunkle Färbung.

Vom Erscheinungsbild sind sie im Vergleich zu Schäferhunden meist hochbeiniger, kräftiger und die Rückenlinie verläuft gerade. Markant sind der kräftige Hals, der breite Kopf mit dreieckigen, eher kleinen und aufrecht stehenden Ohren, der starke Brustkorb und der gerade, herabhängende buschige Schwanz (zw. 30-70cm).

Wölfe werden in der freien Wildbahn ca. 10 bis 13 Jahre alt, wobei eine hohe Sterblichkeit innerhalb der ersten beiden Lebensjahre besteht.

 

Unterscheidung zwischen Wolf und Hund

Eine äußerliche Unterscheidung kann bei bewusst wolfsähnlich gezüchteten Rassen (Husky, Malamute, Laika, Saarloos, dem Tschechoslowakischen Wolfshund oder dem Deutschen Schäferhund) schwierig sein.

Die Pfoten von Wolf und Hund sind baugleich, je nach Hunderasse haben die Fährten auch eine durchaus vergleichbare Größe. Wichtig für die Beurteilung sind der Fährtenverlauf und die Abfolge der einzelnen Trittsiegel.
Charakteristisch für Wolfsfährten ist eine kraftsparende Fortbewegungsweise. Wölfe laufen in der Regel geradliniger und zielgerichteter. Sie laufen meist im geschnürten Trab, wobei sie den Hinterfuß in den Abdruck des Vorderfußes setzen.
Hunde dagegen können sich eher eine energieaufwändigere Fortbewegung leisten: Sie laufen deshalb oft unsteter und wechseln häufiger die Gangart.

 
 WolfSchäferhund
allgemeine GestaltBesonders im Sommerfell auffallend hochbeinig, quadratische Gestalt, Rückenlinie waagerechtkurzbeiniger, rechteckige Gestalt, abfallende Rückenlinie
Körperfärbunggrau mit gelb-bräunlichem Einschlag; oft dunkler Sattel auf dem Rücken und Schulternmeist schwarzbraun bis schwarzgrau
Kopf und Gesichtgroßer, breiter Kopf; Gesicht häufig hell und kontrastreich gefärbt; relativ kleine, dreieckige Ohren; helle Augengroßer, vergleichsweise schmaler Kopf mit dunkler Schnauze; große Stehohren; dunkle Augen
Schwanzhaltungrelativ kurzer Schwanz, wird meist herabhängend getragen (selten über Rückenlinie)langer Schwanz, säbelartig gebogen, oft über Rückenlinie getragen
LosungWolfslosung enthält viele Haare und Knochenreste der BeutetiereHunde erähren sich höchst selten von ganzen Tieren, sodass Haare und Knochenreste meist in der Losung fehlt

 

 

Sinne und Kommunikation

Die Sinnesorgane des Wolfes sind besonders gut ausgebildet. Hervorzuheben sind ein gutes Nachtsehen (dicht stehende Stäbchen auf der Retina), ein ausgezeichneter Geruchssinn (bis 2 km – großes Geruchsepithel) und ein gutes Gehör. 
Das Heulen dient zur akustischen Markierung des Reviers und zur Kontaktaufnahme mit Artgenossen.

Gesichtsausdrücke, Körpersprache, Laute und Gesten spielen beim Erkennen  des sozialen Ranges eine herausragende Rolle, beim individuellen Erkennen der Rudelwölfe (u.a. Läufigkeit) aber auch bei der Urin- und Kotmarkierung ist es der Geruchssinn.

 

Fortpflanzung und Jagdverhalten

Wölfe pflanzen sich nur ein Mal im Jahr fort. Die Ranzzeit ist zwischen Januar und März und die Tragzeit beträgt 61-64 Tage bis die Jungen in einer Wurfgröße von meist 4-6 Welpen im Wurfbau zur Welt kommen. In den ersten 6-8 Wochen werden die Jungtiere gesäugt. Mit ca. 22 Monaten werden sie geschlechtsreif.

Wölfe leben im Familienverband (Rudel). Ein Rudel besteht aus der engsten Familie, d.h. den beiden Elterntieren und den Nachkommen maximal der letzten beiden Jahre und bewohnt in Mitteleuropa ein Territorium von 150 bis 350 km². Nur in sehr seltenen Fällen gesellen sich einzelne ausgewachsene Wölfe zu einem Rudel. In freilebenden Rudeln gibt es keine Hierarchien mit Alpha- und Omega-Wölfen, so wie es von in Gefangenschaft lebenden Wölfen bekannt ist (hier müssen mehrere ausgewachsene Wölfe auf engem Raum zusammen leben); es besteht vielmehr eine natürliche Autorität zwischen Jungtieren und ihren Eltern. Die Jungtiere wandern im Alter von 10 bis 22 Monaten ab, können auf der Suche nach Partnern aber auch über Jahre ohne eigenes Rudel leben.

Wölfe sind an die Jagd auf Schalenwild angepasst. In Mitteleuropa ernähren sie sich hauptsächlich von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, örtlich auch von Damhirschen und Mufflons.
Wölfe jagen und töten die Tiere, die sie am leichtesten erbeuten können. Das sind neben alten und kranken Tieren vor allem Jungtiere. Als Hetzjäger und Opportunist reißt er bei jeder günstigen Gelegenheit. Da in freier Wildbahn Jagderfolge oft ausbleiben, die Jagd sehr aufwendig ist und Wölfe über längere Zeit hungern müssen, ist dieses Verhalten sinnvoll (Vorratshaltung). Dies führt u.a. auch dazu, dass Wölfe häufig mehr Haustiere (z.B. eingezäunte Schafe) reißen, als sie fressen können.

Bei starker Beunruhigung durch den Menschen ist der Wolf überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und legt regelmäßig weite Strecken zurück (mehr als 20 km pro Nacht). Er ist ein Ausdauerläufer und kann kurzfristig Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen, zudem ist er ein recht guter Schwimmer.