Laufzeit, Finanzierung

"MoorWaldBilanz" ist ein Waldklimafonds-Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von Mai 2016 bis April 2019.

Verbund- und Kooperationspartner

Im Projekt „MoorWaldBilanz“ kooperieren die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt mit der UDATA GmbH in Neustadt a .d. W., der Universität Trier mit dem Fachbereich Fernerkundung und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit dem Fachbereich Geographie.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Im Projekt „MoorWaldBilanz“ werden Kohlenstoffbilanzen für die Hangbrücher im und im Umfeld des Nationalparks Hunsrück-Hochwald erstellt.  Dabei wird die aufstockende Vegetation neben den Moorböden als Kohlenstoffspeicher berücksichtigt. 

Forschungsaktivitäten

Anhand von sechs Monitoringflächen in unterschiedlichen Degradationsstadien wird auch der Einfluss von Renaturierungsmaßnahmen in Bezug auf die Kohlenstoffbilanz quantifiziert. Die Monitoringflächen sind „staunasse“ Fichtenmonokulturen, Moorbirkenwälder und nahezu baumfreie Hangmoore. Handlungsszenarien der Renaturierung  sind Entfichtungen und Grabenverschlüsse. Initial wurden bestehende Daten- und Karteninformationen zusammengetragen, um potenzielle Moorflächen zu identifizieren. Mittels geoelektrischen Untersuchungen wurden (Grund-)Wasserzüge bis in 20 m Tiefe prospektiert. Damit können oberflächennaher Grundwasserfluss sowie Einzugsgebiete der Quellbereiche von Mooren identifiziert werden. Mit fernerkundlichen Methoden wurde der Kohlenstoffspeicher der aufstockenden Vegetation, insbesondere der Fichte, quantifiziert. Bodenkundliche Untersuchungen quantifizieren den gespeicherten Kohlenstoff im Boden. Dies erlaubt eine statische Kohlenstoffbilanzierung für die unterschiedlichen Stadien der ausgewählten Monitoringflächen. Abschließend wird über ein Upscaling die Kohlenstoffspeicherung der Moore im gesamten Nationalpark Hunsrück-Hochwald hochgerechnet werden.

Die FAWF hat in den Monitoringflächen ein Messnetz an Hang-/Grundwassermesspegel installiert, um den  rezenten Wasserstand in den Mooren zu untersuchen. Bei Grundwasserständen von mehreren Dezimetern unter der Geländeoberfläche sind Torfverlust und CO2-Freisetzung zu befürchten. Das Messnetz erlaubt die Untersuchung der hydrologischen Funktionsweise der Hangmoore. Mit Vorort-Wasseranalysen wird das chemische Wasserregime der Moore untersucht, um die ökologischen Begleitparameter in den verschiedenen Entwicklungsstadien der Hangmoore zu erfassen. Außerdem untersucht die FAWF in Kooperation mit ausgewiesenen Experten das Alter der Moore und den geobotanischen Aufbau der Torfe. Damit können grundlegende Informationen zur Entstehungsgeschichte der Moore beigetragen werden.