Analyse unterschiedlicher Produktionslinien des Edelkastanienholzes

Universität Göttingen, Abt. Holzbiologie und Holzprodukte; Az.: Göttingen 03/14

Zielsetzung:

Die Wertschöpfungsketten und Produktlinien des Edelkastanienholzes sollen in Abhängigkeit von der waldbaulichen Behandlung charakterisiert und dargestellt werden.

Methoden:

Die Sortimente „Energieholz“, „Palisadenholz“, „Schwächeres Stammholz“ und „Starkes Stammholz“ wurden entlang ihrer Produktlinien in die Bereiche Rundholz, Halbwaren und Endprodukte gegliedert, analysiert und die Wertschöpfung ermittelt.

Ergebnisse:

Beim „Energieholz“ wird das Rundholz größtenteils an private Selbstwerber vermarktet. Halbwaren und Endprodukte dieses Sortiments werden auch über regionale und überregionale Unternehmer in unterschiedlicher Form an die Endkunden vermarktet. Die Bruttowertschöpfungsmarge wurde mit 6 – 11 €/ m³ kalkuliert.

Das „Palisadenholz“ wird im Wesentlichen durch Garten- und Landschaftsbaubetriebe z. B. als Spielplatzgeräte oder Lawinenschutz verarbeitet. Die Kalkulation der Bruttowertschöpfung ergab Werte von 179 – 232 €/m³.

„Schwächeres Stammholz“ geht in der 1. Stufe der Wertschöpfungskette an die Sägeindustrie; in der 2. Stufe erfolgt die Weiterverarbeitung analog dem Palisadenholz, z. T. werden auch Bretter und Bohlen für die Außenverwendung erzeugt. Dafür wurde eine Bruttowertschöpfung von 280,-- - 310,-- €/ m³ kalkuliert.

Zumeist Unternehmen der Furnierindustrie bilden die 1. Stufe der Wertschöpfungskette des Sortimentes „Starkes Stammholz“; in der 2. Stufe finden sich Tischlereien und Möbelindustrie. Halbwaren sind Messerfurniere und Schreinerware und damit die höchste Veredelungsstufe der Kastanie. Die ermittelte Bruttowertschöpfungsmarge bewegt sich zwischen 3.665 bis 32.715 €/0,9 m³.

Nach wie vor mangelt es an für die Forstbetriebe zufriedenstellenden Absatzmöglichkeiten und Erlösen im Bereich der Stärkeklassen 2b und 3a. International werden die Verwendungsmöglichkeiten günstiger beurteilt. Verstärktes Marketing im Sinne auch der Platzierung als Marke der Regionen Haardt und Ortenau könnte zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung beitragen, wobei von dieser die Forstbetriebe im geringeren Maße profitieren.

Der Klimawandel dürfte im Übrigen dazu beitragen, die Anbaufläche dieser Baumart mit ihren hervorragenden Eigenschaften auszubauen.