Genetische Untersuchungen an Fichtengruppen im Naturwaldreservat Himbeerberg (FA Saar-Hochwald)

Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, Universität Göttingen; Az.: 13V/00 h

Zielsetzung:

Das Naturwaldreservat Himbeerberg ist ein Mischwald aus Fichte und Buche. Im Bereich der Kernfläche bestehen neben der Altbaumschicht kleinere Naturverjüngungsinseln, die aus unterschiedlichen Anteilen an Buche und Fichte zusammengesetzt sind. Es wird der Frage nachgegangen, in wieweit Unterschiede in der genetischen Variation (Diversität und Heterozygotie) zwischen Altbestand und Verjüngungsinseln sowie zwischen den einzelnen Verjüngungsinseln bestehen.

Methode:

Das Untersuchungsmaterial besteht aus jungen Fichtenpflänzchen (Alter: 2-10 Jahre) aus Naturverjüngung in 4 Inseln sowie aus 47 Altfichten der Kernfläche, die als potenzielle Elternbäume infrage kommen. Für die Isoenzymanalysen wurde das Meristemgewebe von ruhenden Knospen verwendet. Pro Individuum wurden 3-5 Knospen verarbeitet. Die Enzymsysteme, ihre Genloci und Allele sind der nachstehenden Übersicht zu entnehmen.

Ergebnisse:

Die populationsgenetischen Variationsmaße wurden für jeden einzelnen Genlocus bestimmt und die entsprechenden Mittelwerte über alle Genloci bestimmt. Es ergeben sich für die mittlere Anzahl Allele, für die Genpool-Diversität und den mittleren Heterozygotiegrad so gut wie keine Unterschiede zwischen den 4 Verjüngungskollektiven, obwohl der %-Anteil der Fichten in den Bu-Fi-Mischungen zwischen 39% und 100% liegt. Auch die entsprechenden Werte der Altfichten weichen kaum von denen der Naturverjüngungsfichten ab. Allerdings zeigt sich bei den Heterozygoten an GOT-C und PGI-B ein gewisser Zusammenhang zwischen ihrer Häufigkeit und dem Anteil der Fichten-Naturverjüngung. Ob die Heterozygoten durch eine gewisse Konkurrenzsituation zwischen Buche und Fichte auf engem Raum in den Naturverjüngungsinseln beeinflusst werden, muss allerdings durch weitere Untersuchungen an ähnlichen Baumarten-Mischungen überprüft werden.